Verrenberg Historisch

Haus Nr. 27 in Verrenberg (Golbergstraße 32)


Aufnahme von 1992
Haus Nr. 27 in Verrenberg 1992
Aufnahme von 1992
im rechten Teil war eine Schmiede untergebracht

Aufnahme von 1962

Aufnahme aus den 1980er
Haus Nr. 27 in Verrenberg
Zeichnung von 1877
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 27
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1839; Haus Nr. 27
Urkataster von 1839

Lage des Haus im Ort



Die Bewohner



Gründung der Schäfereigesellschaft in Verrenberg - 1801
Mit dem Kauf der Schäfereigerechtsame des herrschaftlichen Hofs Schwöllbronn durch die Gemeinden Schwöllbronn, Unterohrn und Verrenberg, kam es in Verrenberg zur Gründung der Schäfereigesellschaft.
Verrenberg hatte 120 Schafe erkauft, die aufgeteilt in drei Klassen auf 70 Verrenberger aufgeteilt wurden.
Johann Friedrich Lindenberger war in der III.Klasse. Damit konnte er 1 der 120 erkauften Antheile in Anspruch nehmen. Dazu kam ein Beischlag von 3 Schafen. Damit konnte er 4 Schafe halten.
Diese Schäferei Anteile sollte ursprünglich auf Hof und Gut gebunden sein. Das wäre in seinem Fall das Haus Nr.27.
Diese Bindung wurde aber im Laufe der Jahre nicht mehr beachtet, so dass der Verkauf der Schäferei Anteile unabhängig der Liegenschaften erfolgte.


Im Messbuch von 1818 wird Johann Friedrich Lindenberger als Besitzer genannt.

1823verkaufte die Witwe des Johann Friedrich Lindenberger dieses Gut an ihren vorehelichen Sohn Johann Peter Frank um 664 Gulden.
1823 wird das Haus so beschrieben:
Ein 2 stokigen Hauß und einer einbehrnigen Scheuer unter einem Dach.

Ebenfalls 1823 tauschte die Witwe des Friedrich Ilßhöfer ihren Hof Nr. 26 mit dem Hof Nr.27 des Johann Peter Frank. Dieser musste zusätzlich 278fl. an die Witwe zahlen.
Er musste den Stiefschwiegervater der Verkäuferin, Johann Peter Beyerbach u.a. den "unentgeltlichen Sitz in der Stuben Kammer geben".



1824 verkauften die Kinder der verstorbenen Witwe Dorothea Magdalena Ilßhöfer den Hof Nr.27 an Johann Peter Layh.


1837 verkaufte Johann Peter Layh sein Guth an seinen Sohn Christoph Adam Layh um 800fl.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wird eben dieser Christoph Adam Layh als Eigentümer genannt. 1862 ünernimmt er von seinem Sohn Johann Bernhard Adam Layh dessen Liegenschaft Nr.31 und zieht dorthin um.


Auflistung der Inhaber von Schäferei Gerechtsamen in Verrenberg - 1854
Christoph Adam Layh wird mit 1/2 der insgesamt 120 Anteilen aufgelistet (No Anteil 25a).
1801 war noch 1 Anteil gelistet.



Wann erfolgte der Verkauf von Christoph Adam Layh an Georg Schanzenbach?

Am 14.02.1856 verkaufte Georg Schanzenbach seine ganze besitzende Liegenschaft um 1240 fl. an seinen Schwiegersohn Johann Georg Schluchter
Der Verkäufer behält sich den "helftigen Gutsgenuß 8 Jahre lang vor". "1.Zweistokigem Wohnhaus sammt Scheuer unter einem Dach".
Der Verkäufer bekommt lebenslänglichen dinglichen Wohnsitz im Haus. Entsprechend dessen Söhne Georg und Johann, sowie die Tochter Barbara, solange sie ledig sind.


Tierbestand auf diesem Hof laut Viehzählung von 1858
Namen der Eigenthümer Haus/Hof Rindvieh Schafe Schweine Ziegen Bienen Gänße Enten Hühner Pferde
Schluchter Georg Nr.27 4.   1.         5.  


Im Schätzungsprotokoll von 1861 steht Johann Georg Schluchter als Besitzer.
Der Nachtrag von 1879 nennt die Ehefrau von Friedrich Reber. Friedrich Reber wanderte 1881 nach USA aus, seine Frau folgte ihm 1895.

Ein Nachtrag im Feuerversicherungsbuch nennt 1892 den Schmied Wilhelm Ludwig Heß als neuen Besitzer. Zwei Jahre später zogen seine Schwiegereltern (Adam Kiesel) mit ins Haus.

Der Sohn Christian Ludwig Heß war der nächste Besitzer.
Letzte Bewohner waren die Familie Helmut Heß.

Bauliche Entwicklung


Links: Plan von 1877 Kartenausschnitt 1877; Haus Nr. 27
Nach einer Untersuchung des Freilandmuseums Wackershofen wurde die Datierung auf das 18.Jahrhundert festgelegt (gefügekundlich).
Vermutlich war der Platz zuvor "Baum- oder Grasgarten"

Wurde zwischen 1818 und 1833 ein Feld am Wohnhaus Richtung Ortsweg erweitert? Es scheint dann bis 1877 keine baulichen Veränderungen gegeben zu haben.

Zeichnung Haus 27 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Georg Schluchter Ein zweistockiges Wohnhaus mit angebauter einstockigen Scheuer von Stein und Fachwerk mit Giebeldach 20,5'
25'
14,5'
16'

24'
25'
14,5'
16'
1.   1 1   1 geb. Keller (1)
2 Dachböden mit 1 Kammer

1 Tenne
1 Stall
1 Kammer
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament Keller u. Sockelmauern --- 525

325
IV 626

406
alter Anschlag 500f./300
(1861)
(1) geb. Keller => geb[ühnter] Keller => ein Keller ohne Gewölbe, also mit Balkendecke



1894 wurde ein Backofen erstellt (Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052)




1896 wurde dann auf der Rückseite des Hauses ein Abritt (wo war er zuvor?) angebaut.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen un Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Heß Ludwig Schmied 2 stockiges Wohnhaus im oberen Dorf von gemischter Bauart unter Giebeldach 5.73
7.27
Erdg 2.40
I.Stock 2.25
Dach 4.60
1 I.Stock
1 Dachboden
  1 I.Stock
2 Dachboden
1 I.Stock   1 Schmiede
1 geb. Keller
Dachplatten Erdgeschoß von Stein, sonst von ausgemauertem Fachwerk 0 Fundament 1320     Alter ca. 150 Jahre
Unterhaltung gut
Unter nebigem Anschlag von 1320M inbegriffen ist: 1 Abtrittsgehäuse (Grube ausgenommen) Anschlag 80M
1 Backofen, ohne Gemäuer unterm Herd
Im Nachtrag zum Wohnhaus wurden noch die "Zubehörden in Nr.27 in der Schmiede" aufgelistet.
1 gemauerte Schmiedesse mit Steintrog Anschlag 30M
1 Blasbalgen Anschlag 50M
1 Ambos nebst Holzkloz Anschlag 70M
1 Bohrmaschiene mit Wandgestell und Handrad Anschlag 20M
1 Werkbank mit 2 Schraubstöcken Anschlag 30M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen un Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockige Scheuer unter gleichem Dach ohne eigene Wand angebaut 6.90
7.27
4.10
Dach 4.60
        1 1 Tenne
1 Bare
Dachplatten ausgemauertes Fachwerk 0 Fundament 680      


1914 wurde dann das Kellerhaus erbaut.
1930 folgte dann eine neue Scheune (27/3)

Um 1998 wurde das Haus dann abgerissen.

Vermessungen


Messbuch 1818

Urkataster 1839

Nachtrag zum Primärkataster 1896

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1896; Haus 27

Nachtrag zum Primärkataster 1914

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1914; Haus 27

Nachtrag zum Primärkataster 1930

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1930; Haus 27
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2043
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Messbuch von 1818
Ortsarchiv Verrenberg: B 56 Beilagen zum Gemeindegüterbuch Band II: Schäfereiwesen 1801-1858
Freilandmuseum Wackershofen: Inventarisationsbogen (1992) und Bildarchiv