Verrenberg Historisch

Haus Nr. 40 in Verrenberg 1818 Nr.42 (Turmgasse 5)


Aufnahme von 2005

Aufnahme von 2017

Aufnahme von 1926

Aufnahme von 1962
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 40
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1839; Haus Nr. 40
Urkataster von 1839

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner



Gründung der Schäfereigesellschaft in Verrenberg - 1801
Mit dem Kauf der Schäfereigerechtsame des herrschaftlichen Hofs Schwöllbronn durch die Gemeinden Schwöllbronn, Unterohrn und Verrenberg, kam es in Verrenberg zur Gründung der Schäfereigesellschaft.
Verrenberg hatte 120 Schafe erkauft, die aufgeteilt in drei Klassen auf 70 Verrenberger aufgeteilt wurden.
Johann Michael Benz war in der III.Klasse. Damit konnte er 1 der 120 erkauften Antheile in Anspruch nehmen. Dazu kam ein Beischlag von 3 Schafen. Damit konnte er 4 Schafe halten.
Diese Schäferei Anteile sollte ursprünglich auf Hof und Gut gebunden sein. Das wäre in seinem Fall das Haus Nr.40.
Diese Bindung wurde aber im Laufe der Jahre nicht mehr beachtet, so dass der Verkauf der Schäferei Anteile unabhängig der Liegenschaften erfolgte.


Lebte Johann Michael Benz hier? Dann wäre das Gut nach dem Tot der Eheleute 1814 auf den Sohn Michael Benz übergegangen.
Im Messbuch von 1818 wird eben dieser Sohn Michael Benz als Besitzer genannt.

Er hatte das Gut vermutlich 1815 aus der Erbmasse seiner Eltern Johann Michael und Maria Margaretha Benz erworben.
In den Amtsrechnungen von 1814/1815 steht auf Fol.99: "Michael Benz verstorb auch und dessen ... müssen von 147fl. fallbaren Gütern fall bezahlen 7fl 21x."
Dafür spricht auch, dass er das aktive Bürgerrecht 1815 durch Gutsübernahme erhalten hat.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurde als Eigentümer auch dieser Michael Benz genannt.

Am 15.09.1851 verkaufte Michael Benz die Hälfte sämtlicher Liegenschaften an seinen Schwiegersohn Johann Peter Frank um 1200fl.
Die Last der Ernährung für die taube Margaretha Benz (Schwester des Verkäufers) hat der Käufer zur Hälfte zu übernehmen. Ebenso Krankheits- und Begräbniskosten.
Den übrigen Kinder des Verkäufers steht sowohl in kranken als gesunden Tagen ein Herberge Recht in der Käufer Haus zu. Insbesondere hat die Mari Elisabeth das Recht des ungehindetren Nähens in der Stube,
auch kann dem Sohn Michael bei Ausübung seines Weber Gewerbes nichts in den Weg gelegt werden, dagegen hat er aber der Ehefrau des Käufers einen billigen Theil von seinem Verdienst zu überlassen.
Die Oehrekammer dient den ledigen Kindern des Verkäufers zur Lagerstatt.

















Auflistung der Inhaber von Schäferei Gerechtsamen in Verrenberg - 1854
Johann Peter Frank wird gemeinsam mit seinem Schwiegervater Michael Benz mit 1 der insgesamt 120 Anteilen aufgelistet (No Anteil 45) .
Man sieht, dass die Anzahl der Anteile seit 1801 unverändert ist



Tierbestand auf diesem Hof laut Viehzählung von 1858
Namen der Eigenthümer Haus/Hof Rindvieh Schafe Schweine Ziegen Bienen Gänße Enten Hühner Pferde
Frank Peter b. Th. Nr.40 5.   2.         10.  

Am 22.11.1859 verkaufte Michael Benz die zweite Hälfte seiner Liegenschaft an seinen Schwiegersohn Johann Peter Frank um 900fl.
Davon sind 300fl. an die ledige Tochter des Verkäufers, Elisabetha Benz zu zahlen, sobald diese heiratet. Spätestens aber mit dem Tot des Verkäufers.
Gleiches gilt für die Tochter Carolina und den Sohn Michael.
Nun muss de rKäufer auch voll für die Versorgung der taube Margaretha Benz aufkommen.
Sollte der ledige Sohn Michael nach dem Tod seiner Eltern das Weberhandwerk ausüben wollen, so muss er die Hälfte seines Verdienstes dem Käufer für die Verköstigung abzugeben.
Entsprechend muss nach dem Tod der Eltern der Tochter Elisabetha das Recht eingeräumt werden, in der Wohnstube ungehindert zu nähen.
1/2 Schäfereianteil


Sein Schwiegersohn Johann Peter Frank (Benzenfrank genannt) war der nächste Besitzer. Er starb 1876.

Laut dem Feuerversicherungsbuch (1869) war ab 1877 Georg Eberhard Fischer neuer Besitzer
Ab 1920 war dann sein Sohn Christian Fischer auf dem Gut.
Ihm folgte Adolf Ernst

Bauliche Entwicklung

1855 bittet Johann Peter Frank um Erlaubniß seinen an dem Haus angehängtem Geflügelstall zu einer Kammer einzurichten zu dürfen, welcher aber zu etwas höher und breiter bewerkstelligt werden müsse. Auf der Zeichnung von 1861 zeigt schön die Veränderung im Vergleich zum Urkataster von 1839.

Zeichnung Haus 40 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861
Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Peter Frank .. Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebedach nebst dem einstockigen Anbau von Fachwerk mit Pultdach 32'
24'
8'
12'

11,5'
12'
8,5'
7'
2   2 1 1 1 gew. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament gew. Keller u. Sockelmauern --- 450
100
IV 562,30
125
alter Anschlag 350f./ --
(1861)


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Fischer Eberhard Weingärtner 1 stockiges Wohnhaus bie der Kirche v gem Bauart unter Giebeldach 9,20
6,90
Erdg. 2,10
Dach 3,70
2 EG   2 EG
1 Dachboden
1 EG   1 gew Keller Dachplatten vorderseite von Stein sonst von teils ausgem. teils geschlirtem Fachwerk   gewölbter Keller und Mauern unter Fußboden des Erdgeschoßes 2000 IV 2500 Unter nebigem Anschlag von 2000M inbegriffen ist der angebaute Backofen mit Schweinestall ausgenommen der Fundamente Anschlag 200M
Alter ca. 200Jahre 1886 baulich verbessert. Unterhaltung: gut

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Fischer Eberhard Weingärtner 1 stockige westl. vom Wohnhaus freistehende Scheuer v, gem Bauart unter Giebeldach 13,10
6,70
3,60
Dach 3,90
        1 1 Tenne
2 Bare
2 Remisen
Dachplatten 1/3 Stein
2/3 teils aus ausgemauetem teils geschliertem Fachwerk
der nördliche Giebel ist über Kehlgebälk auf unausgem. Fachwerk verfächert
  Fundamente u Bodenbelag im Stall 1400 IV 1750 Alter ca 150 Jahre
1876 teilweise umgebaut
Unterhaltung mittelmäßig

1927 wurde am Haus ein Schweinstall angebaut. An die Scheune wurde ein Schuppen und eine Remise angebaut. Eine weitere Wagenremise wurde noch erstellt.

Das alte Haus wurde bereits 1933 abgebrochen und an dessen Stelle das neue Gebäude errichtet (Bild links)

Vermessungen


Messbuch 1818

Urkataster 1839

Gemeinde Güterbuch 1858

Gemeinde Güterbuch 1858

Nachtrag zum Primärkataster, 1862-63

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1862-63; Haus 40 Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1862-62; Haus 40

Situationsplan 1894 - zum Anlass des Neubaues des Haus Nr.42


Für eine vergrößerte Darstellung einfach auf das Bild klicken.

Zusatzkarte zum Primärkataster - Nachtrag zum Primärkataster, 1927

Zusatzkarte zum Primärkataster Verrenberg, Haus 40 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1927; Haus 40
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Messbuch von 1818
Ortsarchiv Verrenberg: B 71 Kaufbuch Bd.7
Ortsarchiv Verrenberg: B 73 Kaufbuch Teil 9 1858-1861
Ortsarchiv Verrenberg: B 56 Beilagen zum Gemeindegüterbuch Band II: Schäfereiwesen 1801-1858
Staatsarchiv Ludwigsburg: StAL EL 208 II_Bue 1018 Verrenberg, Oehringen (kpl.)
HZA Ba 115/ 1189 Amtsrechnungen 1814/15
Grundbuchzentralarchiv Kornwestheim: HBN 32 A 013.584.650