Verrenberg HistorischDie Familie Johann Georg Michael Kister
(1843-18??) in Verrenberg


Johann Georg Michael Kister ist wohnsteuerpflichtiger Beisitzer seit 1886
Im Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: am 27.Juli 1886 mit Frau hierher gezogen in Haus No 47
Art und Zeit als Beisitzer: am 25.September 1888 nach Wangen OA Cannstadt gezogen
Art und Zeit des Austritt als Beisitzer:  
Bemerkung:  

Johann Georg Michael Kister bittet um "Wirtschafts Concesion" - 1886
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 23.Juni 1886 findet sich folgendes:
Georg Kister lediger Mezger von Gütbach Gem Rüdbach OA Gerabronn hat am 31.Mai d.J. das Geb.No 47 von Eberhard Appenzeller erkauft und bittet um ein Zeugniss behufs Erlangung der Wirtschafts. Concession.
Zur Erwägung, daß durch das vorgelegte Zeugniss des Gemeinderats Rüdbach vom 24.Mai d.J. nachgewiesen ist, daß der Bittsteller ein gutes Prädikat hat noch eine bestraft worden ist und keine Thatsachen vorliegen, welche die Annahme rechtfertigen nach welcher gemäß §33 der Gewerbeordnung die Wirtschafts Concession versagt werden kann, wird
Beschlossen
Dem Kister das verlangte Zeugniss auszustellen.

Johann Georg Michael Kister erhält die "Wirtschafts Concesion" - 1886
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 26.Juli 1886 findet sich folgendes:
Georg Kister lediger Mezger von Gütbach Gem Rüdbach OA Gerabronn hat am 31.Mai d.J. von Eberhard Appenzeller dahier das Haus mit Scheuer und Hofraum Geb. No.47 worauf schon längere Zeit Wirtschaft und Specereihandlung betrieben wurde, erkauft Kfb. XIV bl.162b und will die gleichen Gewerbe betreiben. Behufs Erlangung der Wirtschafts Concession hat Kister von seiner Heimatgemeinde ein gutes Zeugniss vorgelegt und wurde ihm auch von hier aus das nöthige Zeugniss ausgestellt, worauf das Kl. Oberamt am 24. Juli d.J. die Wirtschafts Concession zum Ausschank von Wein, Obstmost, Bier und Brandwein ertheilt hat, gegen den Sportelansatz
von Wein 30M
von Obstmost 10M
von Bier 15M
von Brandwein 15M
  70M
wovon man heute Kenntniss erhalten und dem Kister Eröffnung gemacht hat.
Bereits zwei Jahre später, am 25.Juli 1888 verkauft Kister alles und zieht weg. Warum?

Specereihandlung: Das aus dem Mittelalter überlieferte Wort „Spezereien“ ist laut Lexikon ein Ausdruck für Gewürze und Gewürzwaren. Im süddeutschen Raum wurde ein Gemischtwarenhandel oder Kauf-/Kramerladen bis in unsere Zeit hinein eine „Spezereihandlung“ genannt.

Er wird wegen übertreten der Polizeistunde gestraft - 1887
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 10.Februar 1887 heist es:
ferner
der Wirth Georg Kister von hier wegen Uebertrettung der PolizeiSt. Beil No.110 auf Grund des §.365. des St.Ge.B. um 2M gestraft

Gewichte wurden überprüft - 1888
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 09.Februar 1888 heist es:
wurde bei den Gewerbetreibendn dahier nehmlich Zorn, Kister und Scholl die Gefäse und Gewichte fisidiert und alles richtig erfunden

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amts Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner ab 1828
https://la24muc.de/175/spezereihandlung