Johann Martin Schanzenbach, Weingärtner und ehem. Weber Neues kirchliches Familienregister 1808-1890 fol.119 16.08.1834 - 27.03.1887 Bergschützer 1864, 1874-76, 1884; Leichenschau ca.1881-1887 oo 14.06.1864 Sophie Catharina Magdalena Häberle 10.12.1842 - 18.11.1922 | |-----------------|---------------|--------------------|----------------|-------------|-------------| | | | | | | | Johann Martin Johann Georg Rosine Carol. Cathar. Georg ungetauft totgeburt ungetauft 02.09.1864- 25.03.1866- 06.04.1869- 27.01.1879- 02.08.1870- 14.03.1872 31.08.1874- 08.09.1864 14.01.1891 21.01.1953 27.01.1879 04.08.1870 31.08.1874 oo 26.10.1895 Mannheim Christian Jakob Mathäus Weippert 22.09.1867- 10.11.1943 Mannheim | |-Christine Karoline 16.12.1891- unehelich Johann Schanzenbach hat 1864 das Haus Nr.33 von dem Stiefbruder (Friedrich Kern) seiner Schwiegermutter (Sophie Barbara Zorn) gekauft. 1876 wird seine Überschuldung festgestellt und er vergant. Seine Liegenschaft wurde am 14.03.1877 verkauft. Wo lebten sie nach dem Hofverkauf 1877?
Johann Georg Schanzenbach möchte für seinen jüngsten Sohn Johann Martin die Befreiung vom Militärdienst - 1855 |
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 16.März 1887 findet sich folgendes: Es erscheint vor dem Gemeinderath Ich Georg Schanzenbach Bürger u Weingärtner, auch Gemeinderatsmitglied dahier und trägt vor: Bakanntlich ist mein jüngster Sohn, zugleich jüngstes Kind Johann Martin Schanzenbach bei der lezten Rekutierung zum K.Militär ausgehoben worden. So sehr es einen Vater freuen muß, wenn sein Sohn für tüchtig erfunden worden seie Dienst im K.Militär u Heer nehmen zu können, so kann ich doch nicht leugnen daß mich die Aushebung meines Sohnes hart trifft und es ...... ..... Gemeinderath dis recht wohl einsieht so kann ich doch nicht umher folgendes gehorsamst Vortrag zu machen 1) .... ich in einem Alter in welchem man sich gerne der Unterstüzung großgezogener Kunder erfreud und habe das 55.Lebensjahr zurückgelegt. Dieser Unterstüzung durch einen nun dem K.Militär angehörigen Sohn .... ich in diesem Alter nun um so mehr bedüeftig als ich Keieswegs ein mir man sagt Kapital sosehr Mann bin, und öfters von allerlei Krankheitsanfällen die im Alter und andern Ursachen ihren Grund haben heimgesucht werde. Die Bearbeitung und Bebauung unserer Weinberge und meiner übrigen Güterstände erfordert um so mehr den kräftigen ...., als von meinen vier Kindern der älteste Sohn verheirathet ist, der andere aber Georg Schanzenbach gleichfalls im K. Militär Verband und zwar beim 4. ...... des 17ten Inf Reg dieser hat noch zwei Jahre zu dienen und es steht ihm sehr nachtheilig eine Einberufung in Folge der Mobilmachung des K.Armeekorps bevor. Gegenw. ist er im Dienst bei Gemeindepfleger Mugele dahier. Meine einzige Tochter Rosina ist wenn auch nicht in fremden Diensten, doch mehr eine Stüze ihrer Mutter, als meiner Person. Was aber diese .... Ehefrau betrifft so kann ich mich auf sie auch nicht sehr verlassen, d.. sie ist alenfalls eine schon ältere denmalen 53 Jahre zählende Frau. 2) Wie ich daher wünsche daß mein eingangs benannter Sohn, der erst kürzl. zum Militär gezogen worden Joh. Martin Schanzenbach von diesem ...der gänzlich befreit oder aber bald möglichst wieder beurlaubt werde, so wird mir unter den vorgetragenen Umständen dies Niemand ve... und ich bitte daher den ..... Gemeinderath ebenso dringend als höflich mir in der ange... Sache gef. das Thatsächliche meines Vorbringen bezeugen zu wollen auch ... für mich beziehungsweise meinen Sohn dahin zu ....... daß dieser .. oder nach seiner Einberufung sogleich wieder beurlaubt, es aber als ....soldat ....... werde. Die leztere Bitt stelle ich deshalb weil für den Fall, daß dem ersteren Grösten ... nicht sollte entsprochen werden, so mir doch von baldiger Beurlaubung meines Sohnes in Aussicht st..., denn zu der Regel .... das ..ainsoldaten ...früher Beurlaubung ..att als bei den sons. Regimentern. Zudem ist mein Sohn mit dem Fuhrwesen und was damit zusammenhängt vertraut. Für meine erste Bitte spricht der Umstand, daß mein Sohn im ... schon .. ....15. Jahr durch den Stoß eines Ochsen eine nicht ..... Fußverletzung erlitt die sich zwar ve...., aber immer noch, besonders beim Wechsel der Witterung empfindliche Schmerzen für ihn im Gefolge hat. Der Gemeinderath läßt sofort den Sohn des Bittstellers vorrufen und theilt diesem nachdem er eingetreten war das Ansuchen seines Vaters mit, dem er sich anschlißt J. Martin Schanzenbach Nach dem beide Bittsteller abgetreten waren wurde einstimmig Beschloßen zu bezeugen 1) daß die Vorbringen des Joh. Georg Schanzenbach und seines Sohnes des Joh. Martin Schanzenbach nach dem Wissen des Gemeinderathes richtig sei, insbesonderen, daß Joh. Georg Schanzenbach im 55. Lebensjahr steht und seine Ehefrau das 53. Lebensjahr zurück gelegt hat, daß der älteste Sohn daselben verheirathet ist und der zweite Sohn Georg Schanzenbach noch zwei Jahre lang dem K. Militär Verband angehört und als Bauern... in dieser ist, daß die einzige Tochter des Bittstellers, Rosina Schanzenbach noch zu Hause ist, daß nichts destoweniger aber desen jüngster Sohn der Rekrut Joh. Martin Schanzenbach seinen Eltern im B...ung ihrer Feldgüter und Weinberge welche etwa ... Morgen betragen durchweg sehr nothwendig ist, was es 2) daher sehr wünschenswerth macht wenn man dem Gesuch entsprechen und der junge Schanzenbach seinen Eltern durch baldigste Beurlaubung erhalten würde. 3) daß der Rekrut Schanzenbach im Fuhrwesen und was dazu gehört erfahren ist, daß er aber längere Jahre an einer Fußverlezung gelitten hat. 4) daß beide Bittsteller, Vater und Sohn ein gutes Prädikat haben und im Strafregister nicht vorkommen. 5) daß hievon K. Oberamt Protokollauszug mitgetheilt werden solle, mit der gehorsamsten Bitte, das Gesuch der beiden Schanzenbach geh. bei dem Kriegsministerium um befürwortung zu wollen. |
Wurde dem Gesuch entsprochen?? |
Johann Martin Schanzenbach wird ein Dienstbuch ausgefertigt - 1862 |
Im Verrenberger "Verzeichnis der Dienstbücher" steht, dass ihm am 21.02.1862 ein Dienstbuch ausgefertigt wurde. Er war gerade ca. 28 Jahre alt. |
Johann Martin Schanzenbach will heiraten - 1864 |
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 28.Mai 1864 findet sich folgendes: Es erschien Johann Schanzenbach Sohn des Johann Georg Schanzenbach Bürger und Weingärtner von hier und trägt vor. Ich habe mich mit der Sophia Catharina Magdalena Häberle Tochter des + Johann Christian Häberle von Langenbeutingen Ehlich versprochen und bitte daher meine Verlobte in das hiesige Bürgerrecht aufzunehmen. Behufs dieses Gesuchs hinterlegt Bittsteller einen von dem Gemeinderath Langenbeutingen gefertigten Geburtsbrief vor wornach dieselbe ein gutes Prädikat und an Vermögen 400f. besizt Der Bräutigam besizt ebenfalls 400f. theils erspartes und Heurathgut von seinen Eltern Da also der Nahrungsstand für gesichert erscheint und hierorts der Fall nicht zutrifft um welchen der Bürgerausschuß um seine Gutächterliche Äußerung zu vernehmen wäre so wurde einstimmig Beschlossen Der am 10.Dec. 1842 geborenen Sophia Catharina Magdalena Häberlen das hies. Bürgerrecht zu ertheilen und anzusezen a. Dem Bräutigam für Feuerlöschgeräthschaften und Obstbaumpflanzung 8f. 42x b. Der Braut Bürgeraufnahmegebühr 5f. Weisenhausgebühr 30x Aufwärter 6x 14f.18x |
Johann Martin Schanzenbach erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1864 In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes: Art der Erwerbung des Bürgerrechts: Geburt Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: 28.Mai 1864 |
Johann Martin Schanzenbach ist überschuldet - 1876 |
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 04.Dezember 1876 findet sich sinngemäß folgendes: Die Eheleute sind überschuldet. Es wird eine genaue Auflistung der Schulden und des Besitzes gemacht. |
Johann Martin Schanzenbach - Johann Michael Peter Bort wird als Güterpfleger zugeordnet - 1876 |
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 07.Dezember 1876 findet sich folgendes: Zu der heute stattgefundenen Vermögensuntersuchung des Johann Schanzenbach Weber hier wurde vom GeRath als Güterpfleger vorgeschlagen und ernannt Michael Bort Bauer hier |
Johann Martin Schanzenbach - Gründe für die Überschuldung - 1876 |
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 07.Dezember 1876 findet sich folgendes: In folge Auftrags des Königl. Gerichts Notariats Oehringen bei der am 7ten Dec. D.J. stattgefundenen Vermögensuntersuchung des Johann Schanzenbach Weber hier wird dem Gemeinschuldner als Grund seines Vermögens zerfalls vom Ge Rath folgendes zu bezeugen Beschlossen 1. einiges Kranksein des Schuldners 2. einige Unglücksfälle mit Kühen Hauptsächlich aber 3. ungeschiktes einlaßen mit Juden durch Kühhändel und Gelder entlehnen mit Rabattverbindlichkeiten und 4. der zuweilen fehlende Fleiß und Sparsamkeitssinn |
Johann Martin Schanzenbach - Vorladung zur Schuldenliquidation - 1876 |
Im "Hohenloher Bote" erschien diese Aufforderung: |
Johann Martin Schanzenbach, nach seinem Gant wird sein Fahrniß verkauft - 1877 |
Im "Hohenloher Bote" erschien am 11.01.1877 dieser Fahrniß-Verkauf: |
Gläubiger Aufruf der Ehefrau des Johann Martin Schanzenbach - 1877 |
Im "Hohenloher Bote" erschien am 26.06.1877 dieser Gläubiger Aufruf: |
Militärstammrollen, Rekrutierungsstammrollen - Johann Georg Schanzenbach - 1886 bis 1888 |
Johann Georg Schanzenbach wurde 1886 als Feldarbeiter bezeichnet. |
Sophie Catharina Magdalena Schanzenbach - braucht eine Unterkunft - 1918 |
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 15.Juli 1918 findet sich folgendes: Es erscheint die S. Schanzenbach Wtwe 76 Jahre alt und erklärt, durch bauliche Veränderungen an dem Gebäude des J. Sebbach das ich seit 27 Jahren bewohnte wurde mir das Wohnrecht gekündigt, nach längerem …fragen in der Gemeinde war es mir nicht möglich eine Wohnungsunterkunft zu finden, ich bitte deßhalb mich in dieser Angelegenheit zu unterstützen. Auf eben erwähnten Anlaß der Wtwe Schanzenbach wurde über das schon längere Jahre unbewohnt und bereits baufällig gewordene Gemeinde Armenhaus verhandelt und Beschlossen Dasselbe mitten im Dorf stehende Anstandmäßig und zum Bewohnen herichten zu lassen, der Wtwe Schanzenbach deshalb um ein jährliches Mietgeld von 30M zum Bewohnen zu überlassen |
In welchem Haus wohnte sie bis dato? |