Verrenberg Historisch

Haus Nr. 20 in Verrenberg (Golbergstraße 19)


Haus um 2005

Scheune um 2005
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 20
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1839; Haus Nr. 20
Urkataster von 1839

Lage des Haus im Ort


Auf der Karte des Urkataster von 1839 sieht man den zum Haus gehörende Brunnen. Die Bewohner der Häuser Haus Nr.19, Haus Nr.45 und Haus Nr.21 sind Teilhaber dieses Brunnens.

Die Bewohner



In den Oberamtsrechnungen von 1772/73 steht, dass Jakob Weidelich 8fl. Handlohn entrichten musste für ein von Hans Jörg Kimmel um 160fl. erkauften halben Haus und Scheuren und Hofrecht

Hatte Hans Jörg Kimmel die andere Haushälfte weiter im Besitz? Denkbar wäre, dass Hans Jörg Kimmel die Haushälfte von Jakob Weidelich wieder zurück kaufte.
Die Tochter Elisabetha Barbara Kimmel heiratete 1800 Johann Jacob Wüstholz.
Als dieser 1808 starb, heiratete sie im gleichen Jahr Johann Friedrich Schumacher

Im Messbuch von 1818 wird Friedrich Schumacher als Besitzer genannt.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurde als Eigentümer sein Schwiegersohn Georg Michael Wüstholz genannt. genannt.

1839 verkaufte Georg Michael Wüstholz sein Guth an seinen Schwager Johann Jacob Wüstholz um 2687fl.. Georg Michael Wüstholz zog 1839 nach Ohrnberg.

1846 musste Johann Jacob Wüstholz seine Scheune an Johann Georg Weippert und Georg Friedrich Weiß verkaufen, um seine Gläubiger zu bedienen.

Johann Jacob Wüstholz starb 1852, seine Frau 1856.

Am 30.04.1841 starb Johann Jacob Wüstholz.
Am 13.09.1841 wurde im "Intelligenz Blatt Oehringen" das Haus, die Scheuer und Äcker, Wiesen etc. der Johann Jacob Wüstholz Eheleute zum Verkauf ausgeschrieben.
Am 21.10.1841 erfolgte die zweite Ausschreibung im "Intelligenz Blatt Oehringen".

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Vermutlich kam der Verkauf doch nicht zustande. Es muss aber in den Kaufbüchern noch nachgeforscht werden.
1845 wurde er vergant und verkaufte seine Scheune. Vermutlich eben die Scheune 20a.


Nach dem Tot von Johann Jacob Wüstholz, kam es 1852 zum Zwangsverkauf des Hauses und der restlichen Liegenschaften.

Zwangsverkauf des Hofes

Zwangsverkauf des Hofes
2ter Versuch

Gläubiger Aufruf



1854-55 wird ein Herr Pfähler aus Öhringen erwähnt.

1859 verkaufte Herr Pfähler das Haus. Vermutlich an Michael Ahles. Das Haus war zu diesem Zeitpunkt seit 7 Jahren unbewohnt.


Im Feuerversicherungsbuch von 1869 steht Michael Ahles als Besitzer angegeben. Dieser hatte zuvor die nördliche Hälfte des Haus Nr.58.
(Die Scheune 20a gehörte hälftig Karl Hägele und Jakob Seebach)

1873 gehörte die Scheune 20a je zur Hälfte Michael Ahles und dem Schulmeister Herb.

Am 31. Januar 1882 verkauften Michael Ahles und sein Sohn Carl Ahles all ihre Liegenschaften um 5800 Mark an Gottlieb Strecker und dessen verlobte Katharina geb. Gock.
Michael Ahles behält sich für sich und die Kinder Christian und Katharina so lange das Wohnrecht vor, bis er die östliche Kammer, sogenannte Holzstall zur Wohnung hergerichtet ist. Die Dachkammer über der östlichen Wohnung behält der Verkäufer.



Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird Gottlieb Strecker als Besitzer der Scheune bestätigt.

In einem undatiertem Nachtrag wird dann Jacob Sebbach genannt.
1924 ist Johann Schmelzle der Besitzer.
1927 ist zuerst Wilhelm Herbst und noch im selben Jahr Karl Sommer Eigner.
Ihm folgte sein Sohn Otto Sommer.

Heute wohnt die Familie Kretschmer hier.

Bauliche Entwicklung

1840 fällt ein Schweinestall weg, dafür wurde ans Wohnhaus angebaut. Im gleichen Jahr wurde die Scheune verkauft.

Nachtrag zum Primärkataster 1846
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Michael Ahles Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach nebst dem Anbau am Eingang auf freipfosten mit Pultdach 37'
32,2'
9,7'
18'

22,5'
5'
6'
4'
1.   1 1 1 1 gew. Keller
2 Dachböden mit 3 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk   Fundament, Keller u. Sockelmauern --- 800 IV 1000 alter Anschlag 400f.
(1861)



In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus No.20
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
1.Stecker Gottlieb
2.Schenk Johann
1 stockiges Wohnhaus am Ortsweg No.1 freistehend von Fachwerk mit Giebeldach 9.20
9.25
2.30
Dach 5.30
Stecker: 2 EG   Stecker: 1 EG
3 Dachboden
Stecker: 1 EG   Stecker: 1/2 gew. Keller, 1 Remise mit Schweine und Geflügelställen, 1 Remise, Schenk: 1/2 gewölbtem Keller Dachplatten teils ausgemauertes teils geschliertes Fachwerk   gewölbter Keller und Mauern unter Fußboden des Erdgeschoßes 1920     Alter ca. 200 Jahre
Unterhaltung mittelmäßig

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Strecker Gottlieb 1 stockige neben No.21a freistehende Scheuer von gemischter Bauart unter Giebeldach 7.50
8.60
4.00
Dach 5.30
        1 1 Tenne
1 Bare
Dachplatten Stallwände von Stein sonst von ausgem Fachwerk von No.20 mehr als 4.29m z.D. entfernt Mauern unter Tenneboden Ebene und der steinerne Bodenbelag im Stall 1000 III 1000 Alter ca. 200 Jahre
Unterhaltung mittelmäßig

Vermessungen


Messbuch 1818

Urkataster 1839

Nachtrag zum Primärkataster 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg 1854-55; Haus 20 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg 1854-55; Haus 20
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Messbuch von 1818
Hohenloher Kreisarchiv: Der Hohenloher Bote von 1859