Verrenberg Historisch

Haus Nr. 21B in Verrenberg (Golbergstraße 21)


Aufnahme von 1926

Aufnahme von 2005 - 21B => rechte Haushälfte
Scheune 21b zu Haus Nr. 21 in Verrenberg
Scheune 21b
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 21
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1839; Haus Nr. 21
Urkataster von 1839

Lage des Haus im Ort



Die Bewohner

Im Gült- und Lagerbuch von 1684 wird Philipp Kraft als Nachbar zum Haus Nr.22 genannt. War er hier auf dem Haus Nr.21?


------------Beginn nicht gesicherter Erkenntnisse --------------------------

Hatte Johann Michael Ackermann 1785 diesen (noch ungeteilten) Hof gekauft und vor 1802 eine Hälfte an Johann Leonhard Gerbig verkauft?
Dann würde es passen, wenn er 1815 die andere Hälfte an Johann Adam Halt verkauft hätte und in das Haus Nr.9 gezogen wäre.

------------Ende nicht gesicherter Erkenntnisse ----------------------------



Als Johann Leonhard Gerbig senj. 1802 Anna Barbara Weiß heiratete, übernahm er diese Hälfte des Haus Nr.21 von obrigen Johann Michael Ackermann?

Im Messbuch von 1818 wird Johann Leonhard Gerbig senj. als Besitzer genannt.
Haus Nr: 1818: Nr.21B  1839: Nr.21B
Besitzer: Johann Leonhard Gerbig
Garten 0,10 ha
Wiese 0,39 ha
Acker 1,66 ha
Weinberg 0,29 ha
Wald ---
Bemerkung  
Indizien im Messbuch von 1818 zur Hofteilung

  Wenn man die Flurnummern der Grundstücke anschaut, die zu beiden Haushälften gehören, kann man Hinweise darauf finden, dass sie ursprünglich zusammen gehörten.   
  Haushäfte 21 Haushäfte 21B
Äcker Nr. 1383 Nr. 1384
 
  Haushäfte 21 Haushäfte 21B
Weinberge Nr. 654 Nr. 655

Es fällt auf, dass für eine Hofteilung überraschend wenige geteilte Parzellen erkennbar sind.

Am 01.05.1819 verkaufte Johann Leonhard Gerbig senj. "1/2 Vrtl. Keller" an den Besitzer der anderen Haushälfte Johann Adam Halt um 16fl. 4x.

1836 heiratet der gleichnamige Sohn Johann Leonhard Gerbig jun. und übernahm diese Haushälfte.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurde dieser Johann Leonhard Gerbig jun. als Eigentümer genannt.



Tierbestand auf diesem Hof laut Viehzählung von 1858
Namen der Eigenthümer Haus/Hof Rindvieh Schafe Schweine Ziegen Bienen Gänße Enten Hühner Pferde
Gerbig Leonhardt Nr.21B 7.   1.         5.  

Nach dem Tod von Johann Leonhard Gerbig jun. 1867 wird seine Liegenschaft im Hohenloher Bote zum Verkauf angeboten.


Am 16.03.1867 hat die Witwe des verstorbenen Johann Leonhard Gerbig, aus der Verlassenschaftsmasse u.a. erkauft:
- 6,7 Ruth ein 1.stockiges Wohnhauß + Schweinestall und Backofen um 200fl.
- 12,7 Ruth zweibariegte Scheuer 21B neben dem Haus No 21b und dem Schulhauß für 400fl.



Im Schätzungsprotokoll von 1869 steht eben diese Witwe des Johann Leonhard Gerbig als Besitzerin.

Am 10.03.1881 verkaufte die Witwe des Leonhard Gerbig ihre ganze Liegenschaft an ihren Sohn Johann Leonhard Gerbig um 3600 Mark.
Der Hof wird so beschrieben:

Auszug aus der Servitutenkarte von 1858
21b 55 met. Ein 1.stokiges Wohnhaus südlich mit gewölbtem Keller
4 met. Schweinestall
6 met. Bakofen
B 1 ar 4 met. eine Scheuer südlich vom Haus
2 ar 52 met. Hofraum
62 30 met. Gemüßegarten neb. der Scheune Geb. No. 21B und dem Ortsweg No.1
2 ar 52 met. Hofraum
Beinhaltet waren auch diverse Wiesen, Äcker etc.
Davon bekommt die Schwester Christina 400 Mark und der Bruder Friedrich 685 Mark, sobald er volljährig ist.
Im Stall stehen:
- 1 Kuh braunbläß 200 Mark
- 1 Kalbe trächtig 230 Mark
Weiter werden noch erwähnt:
- Heu und Stroh
- 1 Wagen
- 1 Pflug
- 1 Egen
- Feld und Handgeschirr
- Küchengeschirr
- 1 Faß

Johann Leonhard Gerbig starb jedoch bereits zwei Monate nach seiner Heirat, am 26.04.1881.

Scheune zu Haus Nr. 21 in Verrenberg Seine Witwe heiratete am 11.10.1881 Michael Ludwig.

1910 heiratete Christian Bort die Adoptivtocher des Vorbesitzers, Rosina Catharina Ludwig geb.Rieth, womit dieser Name auf den Hof kam.

1920 ist dann Georg Friedrich Schanzenbach als Besitzer eingetragen. Dieser hatte zuvor bereits die andere Haushälfte (21).

Damit ist die Teilung des Hauses beendet!



1965 steht im Nachtrag zum Primärkataster Hermann Schanzenbach als Besitzer
Er hatte auch die Haushälfte 21. in diesem Nachtrag wurde nun auch formal die Teilung beendet.



Bild links: die Scheune 21b

Bauliche Entwicklung

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)

Dieser Haushälfte ist kein Anteil am Keller zugeordnet!
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich Schanzenbach

Leonhardt Gerbigs Witwe
Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 42,8'
31'
9'
18'
1.   1 1   1/2 geb. Keller (1)
2 Dachböden mit 2 Kammern

1/2 geb. Keller (1)
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament, Keller u. Sockelmauern --- 550
550
IV 687
687
alter Anschlag 300f/300f.
(1861)


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus 21B
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Ludwig Michael 1 stockiges Wohnhaus von Fachwerk mit No.21 unter gleichem Giebeldach u mit gemeinschaftl. Scheidewand zusammen gebaut 6.15
8.80
Erdg 2.30
Sockel 0.60
Dach 5.50
1 EG   1 EG
2 Dachboden
1 EG     Dachplatten ausgem Fachwerk zusammen hang mit No.21 des Schweinestalls Dach erreicht das Hauptdach die Scheidewand ist von Fachwerk u nicht beiderseits verblendet Fundament 1240 IV 1550 Alter ca. 200 Jahre
Unterhaltung mittelmäßig

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune 21B
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Ludwig Michael 1 stockiges, südlich vom Wohnhaus No.21/2 freistehende Scheuer von gem Bauart unter Giebeldach 11.80
8.45
4.00
Dach 5.90


        1 1 Tenne
2 Bare
1 geb. Keller (1)
Dachplatten 1/2 Stein 1/2 ausgem Fachwerk Nicht 4.29 z.D. von No.21/2 entfernt Mauern unter Tenneboden 1520 IV 1900 Alter ca. 200 Jahre
Unterhaltung mittelmäßig
(1) geb. Keller => geb[ühnter] Keller => ein Keller ohne Gewölbe, also mit Balkendecke


Vermutlich 1920 wurde eine elektr. Anlage mit einer Brennstelle errichtet.
An der Stelle der Scheune (21b - Bild links) steht heute ein Wohnhaus.

Vermessungen


Messbuch 1818

Urkataster 1839
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Kreisarchiv: Der Hohenloher Bote; 1867
Ortsarchiv Verrenberg: B 75 Kaufbuch Teil 11 1864-1868
Ortsarchiv Verrenberg: B 78 Kaufbuch Teil 14 1881-1890
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Messbuch von 1818