Die Lehen in der Verrenberger Frühgeschichte bis Heute

Verrenberg HistorischDie Lehen in der Verrenberger Frühgeschichte bis Heute


Die hier aufgeführten Lehen in Verrenberg stellen nur einen Ausschnitt dar. Alle Lehen zu allen Zeiten aufzuzeigen würde den Rahmen sprengen.
Diese Seite ist, wie viele andere Seiten, nicht "fertig", sondern stellt den aktuellen Stand der Forschung dar.

Herrschafts- und Grundbesitzverhältnisse
Das "Bautzen Lehen oder Neudeckers Hofguth" Lehen Das "Bautzen oder Heßen Lehen" Das "Heßen Lehen"
Das "Baingaßers Lehen" Das "von Olnhausen" Lehen Das "Pregel oder Schlözer Lehen"
Der "Balmershof" Das "Wolf Schumachers Lehen" Das "Sebolds Lehen"
Das "von Gemmingen" Lehen "Balthaß Rappen" Hofstatt "Boden Guth"
"Jacob Dösler Güthlein" "Körners Güthlein" "Linden Hölzlein"
Ohne Namen    


 

Herrschafts- und Grundbesitzverhältnisse

Was sind Lehen?
In früheren Zeiten hatten die Landwirte die Felder, auf denen sie anbauten, oft von einem Fürsten oder anderen Herrscher geliehen. Sie mussten dafür Teile ihrer Ernte an den Fürsten abgeben. Dieses geliehene Land nannte man das Lehen.



Herrschaftsverhältnisse:
Mit der Übernahme der Vogtei in Öhringen im 13.Jh. erlangte Hohemlohe wohl auch hier Vogtrechte (1).
Wahrscheinlich hatten die Herren v. Weinsberg als Sachwalter der Staufer ebenfalls Rechte in Verrenberg.
1357 zählte Verrenberg zum hohenlohischen Amt Öhringen. 1391 verkaufte Hohenlohe an den Haller Bürger Ulrich Schultheiß Vogtei und Gericht zu Verrenberg, der diese Rechte im selben Jahr an die Gemeinde Verrenberg weiterverkaufte.
Seit dem 15.Jh. war Hohenlohe im unbestrittenen Besitz der hohen und niedrigen Obrigkeit.
Bei der hohenlohischen Hauptteilung 1553-55 kam Verrenberg an die Linie Waldenburg.
1615 ging Verrenberg an die neuentstandene Linie Pfedelbach. Nach deren Aussterben 1728 an Waldenburg-Bartenstein.
Bis 1806 war Verrenberg selbstständiger Amtsort des Oberamtes Pfedelbach, danach Filiale der Stabsschultheißerei Windischenbach. 1824 war es wieder eine selbstständige Schultheißerei des Oberamtes Öhringen.
1972 wurde dann Verrenberg nach Öhringen eingemeindet.

(1): Der Vogt regierte und richtete als Vertreter eines Feudalherrschers in einem bestimmten Gebiet im Namen des Landesherrn. Er hatte den Vorsitz im Landgericht und musste die Landesverteidigung organisieren. Im Krieg führte er das Lehensaufgebot des Landes.
Der frühere Machtbereich eines Vogts und sein Amtssitz (meist eine landesherrliche Burg) werden als Vogtei bezeichnet.








Grundbesitzverhältnisse:
Die ältesten bekannten Grundbesitzer auf der Gemarkung waren die von Weinsberg.
Wahrscheinlich schon bei seiner Gründung 1242 erhielt das Kloster Lichtenstern von den Herren von Weinsberg Güter, die über die zuvor die Kirche Bitzfeld auf Verrenberger Gemarkung verfügte, bevor sie selbst dem Kloster geschenkt wurde.
Hohenloher Besitz wird im ältesten Gültbuch der Herrschaft 1357 erkennbar, darunter 6 Güter, Weinberge und eine Kelter.

Weinsberger Lehen am Ort gehörten im 14.Jh. den Familien von Ohrn, von Rinderbach, von Neudeck und von Adelsheim, deren Gerechtsname gelangten im 16.Jh. über Zwischenbesitzer an Württemberg und 1593 durch Kauf zum Teil an die Cappler von Oedheim.
Die von Rinderbach veräußerten 1505 ihre von Weinsberg erhaltenen Lehen sowie Zehntrechte und drei Güter an die Öhringer Familie Pregel, von der sie 1537 an. Württemberg fielen.
Die Weinsberger Lehen der Neideck kamen 1504 an Württemberg und wurden 1593 an die Kapler von Ödheim verkauft [Die von Ödheim führten ab 1408 den Beinamen "Bautz"]. 1607 verkauften diese weiter an die Herren von Hohenlohe-Waldenburg.
An diese ehemaligen Eigentümer erinnern noch die Flurnamen "Neideck" und "Käppler".

Die Adelsheimer Güter, die unter pfälzischer Lehenshoheit standen, fielen erst 1606 durch Verkauf an das Spital Öhringen.

Ein großer Teil des Grundbesitzes war im 17.Jh. ohne grundherrliche Belastungen in bäuerlichem Eigenbesitz.

Der Zehnte
Ein Teil des Zehnten gehörte im 13.Jh. den Schenken von Limpurg: 1265 überließen diese ein Sechstel dem Kloster Lichtenstern.
Ein weiterer Teil war als Weinsberger, seit 1450 Pfälzer Lehen im Besitz der von Neudeck und der von Adelsheim. Letztere verpfändeten ihre Hälfte des Großzehnten 1544 an das Spital Öhringen; 1606 wurde daraus ein Verkauf auf Dauer.
1676 waren Württemberg und das Kloster Lichtenstern Eigentümer des großen Zehnten.
In den sogenannten kleinen alten Zehnt aus dem Distrikt Flürle, bei dem es sich wohl um die Gemarkung einer abgegangenen Siedlung handelte, teilten sich 1562 Hohenlohe und das Spital Öhringen.
Den wichtigen Weinzehnt bezogen Württemberg und das Kloster Lichtenstern, den (Noval-) Zehnt von neu angelegten Weinbergen Hohenlohe-Pfedelbach bzw. Hohenlohe-Bartenstein.
 
 

Herrschafts- und Grundbesitzverhältnisse in Verrenberg - 1684

Die folgende Tabelle stammt aus dem Buch: "Der Landkreis Öhringen Amtliche Kreisbeschreibung Band 2 von 1968, Seite579."
(Flächen in Morgen bzw. Tagwerk)
Grundherr Art des Besitzes Häuser öde
Hauspl.
Scheuern Äcker Wiesen Gärten Weinberg Holz
H.-Pfedelbach 9 Güter, 1 Lehen
Einzelstücke

(5)(Haus Nr: 6, 7, 16,22, 28, 29, 34 alt, 35, 49, 52, 54, 59, 61, 62, 65)

1740 kamen diese Häuser dazu:
Haus Nr: 2, 3, 6x, 10, 11, 43, 53, 58, 60, hinter Dorfkeltern
16 18 12 88,5 22,5 5 83,5  
H.-Pfedelbach,
Spital Öhringen
1 Lehen   1   6 1 0,5 1,5  
H.-Öhringen,
H.-Waldenburg (3)
1 Hof
(Ballershof)
(Haus Nr. 16 u 17)
1 1 1 54 6 Tw 1,5 2,5  
H.-Öhringen,
fr. Gnadental
              8,5  
H.-Waldenburg               3  
Ganerben v.
Maienfels (2)
Einzelstücke
(Haus Nr. 19, 20, 21,
später noch 45)
3   1 9        
Württemberg
(heimgefallene Lehen)
1 Lehen
(sog. Pregellehen)
(Haus Nr.: 12, 13, 57)
3   2 7 2,5 0,5 1  
Kl. Lichtenstern,
Kirche Bitzfeld
1 Gut,
Einzelstück
(Haus Nr.1 ?)
1     46,5 4 Tw   6  
Spital Öhringen (4)               9  
Almosen Öhringen         5        
Stift Öhringen 7 Lehen,
Einzelstücke
Haus Nr.: 10, 11
2   1 122 10 und
10,5 Tw
1 2 3
G. Verrenberg       2     0,5 3  
Bauerneigen,
Bürgereigen
  18   10 298 28 7,5 95 3
Summe 44 20 29 636 84,5 16,5 215 6
Flächen in Morgen bzw. Tagwerk
(2) Sie wurden von den Herren von Gemmingen beerbt. Siehe auch die Ablösungsurkunde von 1849.

(3) Diese Flächenangaben passen recht gut zu den Angaben im Waldenburger Lager- und Gültbuch von 1689 Wa 260 / Bd 16

(4) Haus Nr.3: In der Oberamtsrechnung von 1817/18 (Fol.100b) steht: "Peter Hornung, der von Philipp Bort 1 Haus pp um 375fl. erhandelte wovon 1/2 hierher und 1/2 Spital gültbar"

(5) Bei der Durchsicht der Gült und Lagerbücher von 1684 und 1740 wurden diese bewohnten Häuser gezählt. Es wären 1740 8 Häuser (50%) mehr als 1684.



1795 wurde folgende Übersicht erstellt.
Sie zeigt die Abgaben, die die Verrenberger Bauern 1795 an die Pfedelbacher "Herrschaft" zu entrichten hatten.
Korn Dinkel Haber
Vorname Nachname Haus Nr. Sr. Vrtl Sr. Vrtl Sr. Vrtl
Heinrich Kimmel 50 5 8 8
Gottlieb Mugele 49 15,5 1 9 1 9
Mathes Hornung 35 1,5 2 2
Friedrich Weis Schullehrer 45 1 1,5 1,5
Lorenz Delbord 52 1 1,5 1,5
Michael Bürkers 14 2,5 4 4
Michael Stark 65 6 9 9
Friedrich Zorn 18 2,5 3,5 3,5
Michael Hörger 53 2 3 3
Adam Dietz 5 1 2,5 2,5
Paulus Zöller 17
Schultheiß Conrad
von Schwöllbronn
4,5 7,5 7,5
Michael Zentler 64 oder 61
Anton Hörcher 16   11 1 2 1 2
Summe   3 5,5 5 5,5 5 5,5
 

Das Lehen "Bautzen Lehen oder Neudeckers Hofguth genannt"   (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.181)

Das "Bautzen Lehen oder Neudeckers Hofguth" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach eschrieben.




Die "von Neudeck" waren eine Ministerialenadelsfamilie. Ihre älteren Mitglieder begegnen uns in Urkunden Friedrichs II, (Italien) und seines Sohnes König Heinrich VII. Sie werden mit einem Engelhard von Neudeck 1215 erstmals erwähnt.
Ihr Besitz umfasste ursprünglich Burg Neudeck (Langen), Beutingen, Weyer, große Teile des Burgfriedens von Maienfels und Waldbach, Schwabbach, Weißlensburg,Geddelsbach, Windischenbach, Verenberg, Westernbach, Maßholderbach, Obersöllbach und außerhalb der Kreisgrenze viele Güter westlich bis Ödheim am Kocher.
Der Niedergang der Neudecker setzt bereits im 14. Jahrhundert ein, als sie ihre Besitztümer sukzessive verkauften, zumeist an die Herren von Hohenlohe. Als Ursache werden u.a. unebenbürtige Heiraten genannt.


Die ältesten bekannten Grundbesitzer auf der Gemarkung waren die von Weinsberg.
Zwischen 1303 und 1313 hat der Ritter Bertold von Neideck den Zehnten in Verrenberg als Lehen übernommen.
Die Weinsberger Lehen der Neideck kamen 1504 an Württemberg und wurden 1593 an die Kapler von Ödheim verkauft. 1607 verkauften diese weiter an die Herren von Hohenlohe-Waldenburg.

An diese ehemaligen Eigentümer erinnern noch die Flurnamen "Neideck" und Käppler".


Übersicht der Träger des "Bautzen Lehen oder Neudeckers Hofguth" in der Zeit

Name des Lehen Träger des Lehen
"Bautzen Lehen oder Neudeckers Hoffgut" 1607: Caspar Braun
1628: Lienhart Braun
1684: Hans Georg Beyerbach und Lienhard Cappler
1705: Sebastian Weiß
1740: Hans Georg Weber (seit 1728) und Burkhard Rapp



Beschreibung des "Bautzen Lehen oder Neudeckers Hoffgut"
1628 (Fol. 630)
"Lienhardt Praun. Von dem Bautzen Lehen, daß Neudeckers Hoffguett genanndt, würdt sambt Hauptrecht und Handlohn zu sätzlicher gültt erstattet ( Darauft auch zwey Pferdt zur Dienststehen, sollen, eines Ernst von Olhaußen und eines Lienhard Braun.) 1 ..., 1 faßnachthuns, 2 Sommerhüners, Ganß 3 Malter Korn, 2 Malter Habern ..."

1684 (Fol. 2)
"Hannß Jerg Beyerbach Träger
und Lienhardt Cappler Consorte
geben Jährlich
3. Kreutzer an Geldt
1 Faßnachthun
2 Sommerhüner
1 Gannß
3 Malter Korn
2 Malter Habern

Von einem Lehen so daß Bautzen Lehen oder das Neudeckers Hoffgueth genannt wirdt, worauff auch der Hochgebohrne dießerer ged. Herrschafft zwey Pferdt zu Dienst stehen, Bey altemLagerbuchs Fol. 630 ..."


1740 (Fol. 181)
"Hannß Georg Weeber und Burkhard Rapp Besitzen Ein Lehen, das Bautzen Lehen oder Neudeckers Hoffguth genannt, welches Vermög 1628er Lagerbuchs Fol. 630 und 1684er Foliantens fol. 2 dem Hauptrecht und Handlohn unterworfen stehen darauf zwey Dienstpferd und hat da Benebenst an .... jährliches Gült zu entrichten:"
...


Dieses Lehen umfasste an Hofstellen, die Anwesen Haus Nr.1 und Nr.2 .
Wobei die Hofstelle Nr.2 1628, 1684 und 1740 zwei (teils öde) Hausplätze umfasste.

Nach Ende des 30jährigen Krieges, im Lager- und Gültbüch von 1684, sind alle Hausplätze des "Bautzen Lehen oder Neudeckers Hoffgut" öde.


Flächen des "Bautzen Lehen oder Neudeckers Hofguth genannt" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Äcker 45,5 44 22  
Weinberge 2,75 17 14  
Wiesen 17 16 11  
Kraut- und Grasgarten 40 Ruthen 4 4  
Hofstellen       Auf zwei ehemals öden Hofplätzen stehen jetzt Haus und Scheune Nr.2
Auf der Fläche des Hof Nr.1 steht lediglich eine Scheune oberhalb des gewölbten Kellers.



Gülten, die die Träger des "Bautzen Lehen oder Neudeckers Hofguth genannt" um 1740 zahlen mussten

   3 Kreutzer an Geldt
12 Kreutzer vor Eine Faßnachthun
12 Kreutzer vor Zwey Sommerhüner
20 Kreutzer vor Eine Gannß
    und an Früchten:
3 Malter Korn und
2 Malter Habern und


Info: Infolge des 30jährigen Krieges finden sich im Lager- und Gültbüch von 1684 44 bewohnte und 20 ödgewordene Häuser.
Info: Es gibt auch eine Flur Namens "Neudeck"
Info: Es gibt auch eine Flur Namens "Kapler". Geht diese auf die Kapler von Ödheim (Bautzen) zurück?

 

Das "Baingaßers Lehen"    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.205)

Das "Baingaßers Lehen" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.



Der älteste bekannte Hinweis findet sich im Hohenloher Zentralarchiv in Neuenstein (BA 15 Bü 11). Dort heist es 1625:
Michel Schenckel gibt von seinem Hofguth daselben so seines Schwers Götzen Beingäßers gewesen.
1 Faßnacht Hun
Darein gehört ein halbe Behausung deßen gegentheil Weibler mölle Inne hat, sambt der Hof rait und einer Schweitz dabey ...

Über die Vorgeschichte dieses Lehen ist im Moment nicht mehr bekannt.
An der Stelle der zwei "halben Behausungen" steht heute der Hof Nr.52.
Das benachbarte Haus Nr.53 gehörte mit zum Lehen.
In den Kirchenbüchern findet sich eine Familie Beingasser.


Übersicht der Träger des "Baingaßers" Lehen in der Zeit

Name des Lehen Jahr Träger des Lehen
"Baingaßers" Lehen 1625 Michael Schenkel
1628 Michael Schenkel
1684 Sebastian Endres
1740 Hannß Georg Schumacher


Beschreibung des "Baingaßers" Lehen

1740 (Fol. 205)
Hann Georg Schumacher Besitzt ein Hofguth so vorhin Eß Georg Löffler innen gehabt, vor dießem Löffler aber das Jörg Beingaßers Guth Benannt geweßen ist;
Welches Vermög 1628er und 1684er Gült und Lagerbuchs fol. 620... Dem Hauptrecht und Handlohn unter worfen. Dienet statt Vorberinger Dreyannun mit zwey Pferden und hat an alljährlich Gült zu entrichten
'1684 fol 18b
2 d an Geldt
12 Kreutzer vor 1 Faßnachthun
6 Kreutzer vor 1 Sommerhun>



Dieses Lehen umfasste an Hofstellen, die Anwesen Haus Nr.52, Haus Nr.53 und einen "öden Scheurenplatz" der zwischen den Hofstellen von Hannß Georg Wenninger (Haus Nr.62), Hannß Georg Zentler (Haus Nr.61) lag.


Flächen des "Baingaßers Lehen" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Äcker 20 16 5  
Wiesen 6 6 1  
Kraut- und Grasgarten ca. 1 Viertel Morgen 2 2  
Hofstellen       Die Anwesen Haus Nr.52, Haus Nr.53
Einen "öden Scheurenplatz" der zwischen den Hofstellen von Hannß Georg Wenninger und Hannß Georg Zentler lag.




Gülten, die die Träger des "Baingaßers Lehen" um 1740 zahlen mussten

   2 Pfennig an Geldt
12 Kreutzer vor Eine Faßnachthun
6 Kreutzer vor Ein Sommerhüner


 

Das "von Olnhausen" Lehen    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.225)

Das ""von Olnhausen" Lehen wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.



Es steht zu vermuten, dass Johann von Olnhausen in Verrenberg wohnte, allerdings vor Beginn der Aufzeichnungen in den Kirchenbüchern.
Mit Beginn der Kirchenbücher taucht dann ein Ernst von Olnhausen auf, von dem man vermuten kann, dass er der Neffe des oben genannten Johann von Olnhausen war. Wie gesagt nur eine Vermutung.

Die Kinder des Ernst von Olnhausen sind in Verrenberg um 1625 geboren.
Hier eine Übersicht (ohne Garantie auf Richtigkeit und Vollständigkeit) über die Einträge in den Gült- und Lagerbücher in den Jahren 1628, 1684 und 1740 (Spalte links).
Es wurden nur die öden oder bebauten Hausplätze berücksichtigt.

Im Gült- und Lagerbuch von 1628 ist auf Fol.636 Johann von Olnhausen als Besitzer eines "Güthlein" bezeichnet.

Im Gült- und Lagerbuch von 1684 steht auf Fol.24:
"... von einem Güthlein so vor alters Johann von Olnhaußen beseßen, bey altem Lagerbuchs Fol. 636"

Im Gültbuch von 1740 steht auf Fol.226:
"... Johannes von Olnhaußen Guth gehört ferner und besitzt ..."



von Olnhausen Lehen
Jahr Gült- und Lagerbuch Träger Gülten Besitzer Folio Haus/Hof Öder Hofplatz Scheuner Haus/Flur Nr. neu Nachbar A Nachbesitzer Bemerkung
1628 Johann v Olnhausen 3 st 40 d zu gültt
1 Faßnachthun
3 Sommerhühner
  636             Quelle: Ba 55 Bd 75
Gibt von seinem güttlein, darauff das Hauß und Scheuers abgebrochen, d.. Uff ……. Stehet zu Hauptrecht und Handlohn, ….. Mit zwey Pferden, wegen Barthel Webers, drey Pferde wegen Mathes Sch..flers, zwey Pferdt weg Georg Koppes
1628 Johann v Olnhausen   Oßwald Craft 636 0 1 0 Haus 43 Ein Vierdel graßgarten, wo das Hauß und Scheuren gestanden, zwischen dem gemeinen weeg und dem gäßlein, oben sein gartt und Oßwald Dößlers Hauß Leonhard Keppler
die Hofstadt ist Oßwald Kraften käuflich überlassen
Quelle: Ba 55 Bd 75
Das Haus und Scheuren samdt ….. G…. Verwillige abgab…, wie oben vermeldet
Ein Vierdel graßgarten, wo das Hauß und Scheuren gestanden, zwischen dem gemeinen weeg und dem gäßlein, oben sein gartt und Oßwald Dößlers Hauß
1628 Johann v Olnhausen   Michael Knorr 603 1 1 1 Haus 35 und b? Gibt von seinem Hauß, Scheuern und Schweinestall, neben noch einer Hofstatt, darauff ein Hauß gestanden
zwischen Michel Weißen und Killian Keisers zweyer Orthen vornen der Weeg,&xnbsp;
Hans Caspar Weber => Matthes Scheufler Quelle: Ba 55 Bd 75
1628 Johann v Olnhausen   Michael Dößler 601b 0,5 0   Haus 35a zwischen Killian Keisers und Michel Knorren, vorne der gemeine Weeg hinden Michel w… Hans Michael Betz => Mathes Scheufler Quelle: Ba 55 Bd 75
1628 Johann v Olnhausen   Kilian Keiser 602 0,5 0   Haus 35a uff der halden zwischen Michel Dößlers und sein Weinberg, vornen der Weeg hinden Michel Knorr&xnbsp; Hans Michael Betz => Mathes Scheufler Quelle: Ba 55 Bd 75
1684 Lienhardt Cäppler
Philipp
Kraft
10 Kreutzer 0,5 Pfennig an Geldt
1 Faßnachthun
3 Sommerhühner
  24             Quelle: Ba 55 / Bd79
Von einem Gütlein so vor alters Johann von Ohlnhausen bessesen, Bey altem Lagerbuchs Fol 636
Nachtrag links: Georg Michael Scheufler (?) ist lt. Trägerey… An: 1706 vor einen Träger bestellt worden
1684 Lienhardt Cäppler
Philipp
Kraft
  Lienhardt Cäppler 24 0 1   Haus 43 Graß- und Baumbgarten worauf vor Zeiten ein Haußgarten beym Rathaus zwischen benreten Rathaus ihm selbsten und Hannß Georg … Hauß, vornen die gemeine gaßen hinten Hanß Michel Burkhard gelegen Matthes Crämer Quelle: Ba 55 / Bd79
1628 => Fol 636
1684 Lienhardt Cäppler
Philipp
Kraft
  Hannß Lothar Weber 27 0 2 0 Haus 35 und
Haus 35a
In der hindern Gassen zwischen Martin Beyerbach und ihme Weber selbst einseits und hinten vorbe.. Der gemeine weeg gelegen Michael Scheufler => je Hälfte Hans Michael Scheufler und Georg Michael Scheufler; 1715 baut Hans Michael Scheufler ein -Haus - geht 1720 an Georg Herterich Quelle: Ba 55 / Bd79
1684 Lienhardt Cäppler
Philipp
Kraft
  Hans Michael Betz 27 0 1 0 Haus 35b bey der Hälden, zwischen Hans Caspar Webern beeder seits, oben der gemeine fußpfadt unten er Betz selbst dran gelegen Michael Scheufler => je Hälfte Hans Michael Scheufler und Georg Michael Scheufler; => Hans Georg Herterich => 1/2 Magdalena Herterich Quelle: Ba 55 / Bd79

dieser Platz plus Graßgarten 1/2 viertel Morgen
1740 Georg Michael Scheufler 10x1/2 d an geldt
12 x für 1 Faßnachthun
18x für 3 Sommerhüner
summe 40x
  225       Träger des Lehen     Quelle: Ba 55 Bd 89
Besitzt ein Gültlein, von alters Johann von Olnhaußen besessen; siehe 1628 601b1 oben und 602a1 unten
1740 Georg Michael Scheufler   Georg Michael Scheufler 225 0 1    öder Hausplatz,
 auf dem früher das
 Haus 35a stand.
bey der Hälden zwischen HG Steinbach und HG Herterrich; oben gemeiner Fußweeg; unten HG Krämer Georg Michael Wagner; Georg Steinbach Einen öden Haußplatz worauf vor alters ein Hauß gestanden jezo aber Sommergarten ist, Zusambt einem Graß Gärtlein der bey, bey der Hälden, zwischen Hanß Georg Steinbach und Hanß Georg Hertterich, oben Gemeiner Fußweg, unten Hannß Georg Krämer, stehen anlauts 1628er Lagerbuchs fol 601 et 602 Handdienste darauf betrifft anjezo 1/4 Morgen und gibt nach der ... Clahs an der Gült ...
1740 Georg Michael Scheufler   Hanß Georg Hertterich 225 1 0 1  Haus 35 zw GM Schaufler u GM Zöller und dem gemeinen Weg; unten HG Krämers Scheuren; oben gemeiner Fußweg Mathes Hornung 1783;; Michael Hettenbach - Peter Hornung zwey öde Hofplätze, auf einem hat er ein Haus und ein Scheuerlein gebaut; Besitzt ein Gültlein, von alters Johann von Olnhaußen besessen
1740 Georg Michael Scheufler   Hans Georg Breuninger 226 1 0 1  Haus 43 Burkhard Rapp und das Kirchlein; der Weeg zu zwei Seiten. Leonhard Beyerbach; Simon Ehrenfeld 1787; Michel Frank 1796 Quelle: Ba 55 Bd 89
Ein Häußlein und dran gebautes Scheuerlein auf einem von Burkhard Rappen erkauft und in ober… Guth gehörig 1/2 Virtel Graß Garth zwischen Burkhard Rappen und dem Kirchlein, anstoßend aber aller orten dem Weeg gelegen


Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
 "von Olnhausen" 1628: Johann von Olnhausen
1684:Lienhart Cäppler und Philipp Kraft
1740: Georg Michael Scheifler


Flächen des "von Olnhausen" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Acker 15 19 19  
Weinberg 2 4 4  
Baum und Graßgärten 0,75 2 2  
Haus   1 1 Haus Nr.43
Haus Nr.35: 1711-1715 wurde das Haus von Johann Michael Scheifler
auf einem von zwei beieinander liegenden öden Hofplätzen errichtet.
öde Hausplätze   2 1 vermutlich der Platz, auf dem 1628 das Haus Nr.35a stand



Gülten, die die Träger des "von Olnhausen" Lehen um 1740 zahlen mussten

   10 Kreutzer 1/2 Pfennig Geldt
 12 Kreutzer vor Ein Faßnachthun
 18 Kreutzer vor 3. Sommer Hüner

  Diese Gült scheint bezogen auf die Fläche recht hoch zu sein.
  Warum?

 

Das "Pregel oder Schlözer Lehen"

Das ""Pregel oder Schlözer Lehen" wird teils in den Gült- und Lagerbüchern
- der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach, aber auch
- der Württembergische Kellerei in Weinsberg
beschrieben.

Dazu hatte es am 02.04.1700 eine Übereinkunft zwischen beiden Häusern gegeben.

Für Details bitte auf die Karte klicken.

Dargestellt sind lediglich die Hausplätze des Lehen.
Ursprünglich umfasste es die Häuser 12 und 13.
Das Haus Haus Nr.57 wurde in der heutigen Form zwar erst 1781 erbaut, der Platz wurde aber in älteren Gült- und Lagerbücher als öder Hofplatz bezeichnet, d.h. an diesem Platz dürfte vor dem 30jährigen Krieg bereits ein Haus gestanden haben.

Das Pregel Lehen wird teilweise auch Schlözer Lehen genannt. Hier hatte die Kurfürstliche Kellerei Weinsberg Rechte
Die von Weinsberg vermehrten schon früh ihren Besitz im Ort durch käufe. Diese Erwerbungen gaben sie teilweise als Lehen z.B. an die von Rinderbach weiter.
Die von Rinderbach verkauften 1505 ihre Lehen, u.a. Zehntrechte und 3 Güter, an die Öhringer Familie Pregel, von der sie 1537 an Württemberg zurückfielen.

Erstmals erwähnt wurde das Pregel Lehen in einer Urkunde vom 24.Oktober 1505:
Friedrich Pregel, Hansen Sohn von Öhringen, reversiert Herzog Ulrich für den ihm unter genannten Bedingungen verliehenen halben Groß- und Kleinzehnten zu Bitzfeldt, den halben zehnten am Capler und und die Weinzehnten aus drei Gütlein zu Verrenberg samt Zugehörungen, welche er von Craft von Rinderbach gekauft hat.

1559 war das Lehen so aufgeteilt:
- 50% Georg Knorr
- 25% Hans Weibler Witwe
- 25% Michael Löffler und Hans Weibler

1690 werden zwei Häuser erwähnt:
- Jackob Weckher (Haus Nr.13)
- Hans Peter Bösinger (Haus Nr.12)

1742 ist die Rede von 3 Häuser, Scheuren und Hofrecht, 1 Garten, 5,5 Morgen Äcker, 2,25 Tagwerk oder 3 Morgen Wiesen und Beetkrautgarten
Als Träger des Lehen werden genannt:
Leonhard Steinbach:
    darin sind Lehensnehmer:
       Hans Georg Görtz (Haus Nr.13), Daniel Starck, Martin Zöller, Joh. Heinrich Schoch, Georg Schanzenbachs Witwe, Hans Georg Zentler, Friedrich Braun, Michel Starck der alte

und Hans Peter Bösinger (Haus Nr.12):
    darin sind Lehensnehmer:
       Leonhard Beyerbach Kiefer, Hans Georg Weidmann, Hans Michel Fleisch, Andreas Kolb, Heinrich Schoch, Jacob Weidmann, Hans Georg Bort, Daniel Starck, Heinrich Baußer, Lorentz Braun, Jacob Krebs, Jonas Weber, Jeremias Zöller, Peter Wirdt, Thomas Weidmann, Hans Georg Preinger, Michel Kimmel

1805 sind die Träger des:
- ersten Lehen: Leonhard Steinbach dann Adam Löffler(1724-1792) jetzt Michels Hörger(1761-1841)
Lehensnehmer (nur Hofstätten)
Matthäus Kleiner (Haus Nr.13)


- zweites Lehen: Peter Bösingers, jetzt Gottlieb Mugele
Lehensnehmer (nur Hofstätten)
Johann Georg Wieland (Haus Nr.57):
Alt Georg Weber (Haus Nr.12):

Die jährliche zu Martini fällige Abgabe so beschrieben
6ß 3d an Geld, thut nach jeziger Währung 21x 3d
4 Stück Gänse, so selbige aber nicht in Natura erfordert und geliefert werden,
geben sie nach dem 1700er Recehs §8
20xr vors Stück thut 1fl 20x
4 Stück Faßnacht Hüner, vorermeldten Masen a 10xr das Stück thut 40x
8 Stück Herbsthüner a 5xr thut 40xr

1813 waren die beiden Träger des Lehen:
Gottlieb Mugele (1742:Peter Bösinger)
und
Michel Hörcher (1742:Leonhard Steinbach)
Weitere Lehensnehmer waren:
Phillip Bort, Peter Wenninger, Johann Georg Wieland(Haus Nr.57), Johann Georg Stark, Michel Lebhardt, Michael Krokenberger, Mathies Kleiner, Georg Weypert

1805 gehörten die Höfe 12, 13, 50neu und 57 zum Pregel Lehen.

Quellennachweis.

Pregellehen D 37 I Bü 4540 Ludwigsburg
Hauptstaatsarchiv A 281 Bü 414 1528 Schötzer u Pregellehen
Hauptstaatsarchiv A 17 a Bü 297 Renovation des der Kellerei Weinsberg gültbaren Schlötzer- und Pregellehens zu Verrenberg
 

Der "Balmershof" (Wa 260 / Bd 16)

Der ""Balmershof" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaften Pfedelbach und Waldenburg beschrieben.




1398 wird der Hof erstmalig als "Balmers Hoffe" genannt. Frietz Küner tratt das Erbe von Johann dem Krüffter, Vikarier, in der Gruft zu Öhringen an.
Details finden Sie auf einer seperaten Seite.

Die heute noch vorhandenen Teile des Palmershof gehören zum Hof Nr.16-17.

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.81b) werden Michel Dößler und Jerg Dumblert als Eigentümer genannt.
Vermutlich war Hans Michel Grau der Nachbesitzer von Jerg Dumblert

Summe der Flächen - Palmershof Verrenberg 1689 Im Waldenburger Lager- und Gültbuch von 1689 Wa 260 / Bd 16 wird die zum Hof gehörige Fläche so angegeben:
1 Haus, 1 Scheune, 1 Hofraith mit 1,5 Morgen Graßgarten
52,75 Morgen Äcker
6 Tagwerk Wiesen und
4 Krautbeet

In diesem Lagerbuch wird auch noch erwähnt, dass folgende Flächen "in früheren Zeiten" auch zum Palmershof gehörten:
1 öder Hofplatz
1 Scheurenplatz
1 Baumgarten
2,5 Morgen Weinberg
    Von diesen Weinbergen heist es "so vor Zeiten Äcker gewesen". Als Ort wird die Flur Winterhälden und "stoßen oben an einen Graben und unden an gemeine Straßen" angegeben.

Als Abgabe war zu leisten:
Fünf Malter Korn
Fünf Malter Dinckel
Fünf Malter Habern
Ein Faßnacht Hun
ein Sommerhun
Ein Gulden Zinnßgeltt



1697 hatte Hannß Friedrich Zöller seinen Bauernhof, Palmers Hof genannt, gekauft. Von den beiden oben genannten?
Zu diesem Zeitpunkt war einer der beiden Hausplätze öde (wo das heutige Haus steht?). Daher wurde die zu leistende Abgabe verringert:
Fünf Malter Korn 2 Malter
Fünf Malter Dinckel 3 Malter
Fünf Malter Habern 3 Malter
Ein Faßnacht Hun
ein Sommerhun
Ein Gulden Zinnßgeltt

So kann man vermuten, dass das heutige Haus um 1700 erbaut wurde.

Am 20.Februar 1720 erkauft Georg Michael Zentler Bürger und Söldner zu Vörrenberg aus der Michael Zöllerischen Versteigerung 1 Vrtl. Kleeland im Gäßle ....
War dies eine Zwangsversteigerung?

In diesem Kaufbrief vom 28.Februar 1720 lesen wir, dass Hannß Friedrich Zöller seinen Bauernhof, Palmers Hof genannt, an seinen Sohn Georg Zöller verkaufte.

1753 wurde der Hof geteilt.
Die Haushälfte Nr.16 wurde wegen der Schuldenlast von Georg Zöller verkauft. 1794 heist es in einem amtlichen Dokument: ... wovon der Vatter schon die eine Hälfte verschwendet ...
Die andere Hofhälfte mit der Haushälfte Nr.17 ging an den Sohn Georg Paulus Zöller.



1794 wird dann die zur Hofhälfte Nr.17 gehörige Fläche so angegeben:
Die zum Hof gehörige Fläche wird so angegeben:
26-27 Morgen Äcker
6 Morgen Wiesen
2 Krautbeet und
1 1/4 Morgen Weinberg

1795 wurde aufgrund der Schuldenlast des Johann Michael Zöller ein Großteil seines Gutes verkauft.
Der Supplicant ist durch seiner theils unbesonnenen Handelschaften, größten Theils aber durch seine unordentliche Wirtschaft und Liederlichkeit im Feldbau zu einer Schuldenlast gekommen, der sich gegenwärtig gegen 22-2300fl. belaufen wird ...
... wovon der Vatter schon die eine Hälfte verschwendet und wahrscheinlich der Sohn die andere Helfte durchbringen wird



1802 wird dann die zum ganzen Palmershof gehörige Fläche so angegeben:
2 mal 3 Morgen Grasgarten
51,75 Morgen Äcker
6,25 Morgen Wiesen
4 Krautbeet und
1,5 Morgen Garten
Dies entspricht den Flächenangaben von 1689
Die hier beschriebenen 6 Morgen Grasgarten könnten zu dem 1689 beschriebenen öden Hofplatz gehören.

 

Das "Wolf Schumachers Lehen"    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.235)

Das "Wolf Schumachers Lehen" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.


Vermutlich geht dieses Lehen auf eine Person mit diesem Namen "Wolf Schumacher" zurück.
Betrachtet werden hier nur Hausplätze, keine Äcker oder Wiesen. Nachgewiesen sind die Häuser Nr.58 und 59.
Zum Lehen gehörte auch ein Gras- und Baumstück auf dem nach 1740 das Haus Nr.15 errichtet wurde.


Einträge zu diesem Lehen finden sich in den Bartensteiner Lagerbücher von 1628, 1684 und 1740.

Die Gült war auf
2 Kreutzer und 2 Pfennig
1 Faßnacht Hun
1 Herbst Hun

angesetzt.


Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
 "Wolf Schumachers Lehen" 1628: xxx
1684: Oßwald Knorr
1740: Hannß Peter Wiedt



Flächen des "Wolf Schumachers Lehen" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Baum- und Graßgarten 1,5 10 8  
Hofstellen   2 2 Haus Nr.58 und Haus Nr.59



Gülten, die die Träger des "Wolf Schumachers Lehen" um 1740 zahlen mussten

   1 Kreutzer 2 Pfennig an Geldt
12 Kreutzer vor Ein Faßnachthun
6 Kreutzer vor Herbsthun

 

Das "Sebold Lehen"    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.214)

Das "Sebold Lehen" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.




Im Lager- und Gültbuch Ba 55 Bd 68 von 1574 steht: "... ist vor Zeiten ein Wyß und Ulrich Seybolds gewesen."
Wann genau dieser Ulrich Sebold lebte und wer er war wird vielleicht für immer im Dunkel der Geschichte bleiben.
Zu diesem Lehen gehören die Häuser Nr.34 (neu) und 49.
Die Gült war auf
4 Kreutzer und einen halben Pfennig
1 Faßnacht Hun
4 Sommer Hühner

angesetzt.

Im Laufe der Jahrhunderte waren hier u.a. die Familien Bort, Beyerbach und Krämer heimisch.


Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
"Sebold Lehen" 1574: Ulrich Seybold
1628: Michael Weiß
1684: Hannß Philipp Bort und Hannß Caspar Weber
1740: Hannß Georg Bort



Flächen des "Sebold Lehen" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Äcker 2 3 4  
Wiesen 6,5 12 11  
Weinberg 0,5 1 1  
Hofstellen       Haus Nr.49 und der Platz, auf dem Später das Haus Nr.34 stand



Gülten, die die Träger des "Sebold Lehen" um 1740 zahlen mussten

   4 Kreutzer und 1/2 Pfennig an Geldt
12 Kreutzer vor Ein Faßnachthun
24 Kreutzer vor Vier Sommerhüner

 

Das "von Gemmingen" Lehen
Zu diesem Lehen gibt es eine eigene Seite.
Hier nur kurz eine Übersicht der beteiligten Höfe um 1849.

Ziffer Namen der Ablösenden
Verrenberger
Bezeichnung der belasteten
Grundstücke
Anmerkung des Autor
1 Mäule, Jakob Schmied die Hofraithe an dem Haus Haus Nr.47
2 Kraft, Matheus GRath Haus und Hofraithe Haus Nr.65
3 Kimmel, Georg 1/3 an 1.Haus und Scheuer Haus Nr.21
4 Wüstholz, Jakob 1/3 dito Haus Nr.20
5 Weiß, Friedrich 1/6 dito; Haus 45
6 Weippert, Georg 1/6 dito Haus Nr.19
7 Zorn, Johann für Sommergärtlen  
8 Wenninger, Joseph 1/2... Acker  

Bei Ziffer 3 bis 6 handelt es sich also um die Häuser 19, 20, 21 und 45.
 
Für wetere Details gibt es eine extra Seite.

 

Das "Bautzen oder Heßen Lehen"   (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.244)

Das "Bautzen oder Heßen Lehen" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.






Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
"Bautzen oder Heßen Lehen" 1607: Jacob Heß
1684: Hans Sailer und Hans Jerg Beyerbach
1705: Hans Weber
1740: Hanß Heinrich Schoch


Flächen des "Bautzen oder Heßen Lehen" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Äcker 6 8 8  
Wiesen 1 4 4  
Wießenhain 1 Viertel und 48 Ruthen 2 1  
Hofstellen       Haus Nr.3
"Ein Häuslein u Scheuerlein sambt einer Hoffrecht so er auf vorstehenden Wießen Hain, welcher eine Hofstatt und vorhero 1/2 Morgen zusammen gestoßen"



Gülten, die die Träger des "Bautzen oder Heßen Lehen" um 1740 zahlen mussten

   6 Kreutzer an Geldt
20 Kreutzer vor Eine Gannß
6 Kreutzer vor Ein Halbes Faßnachthun
12 Kreutzer vor Zwey Sommerhüner

 

Das "Heßen Lehen"   (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.278)

Das "Heßen Lehen" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.




Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
 "Heßen Lehn" 1607: Balthasar Kopp
1705: Endriß Stark
1740: Hans Jacob Waydmann



Flächen des "Heßen Lehen" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Wiesen 1 1 1  
Weinberg 1 2 2  

  Die Wiese lag auf Rappacher Markung und gehörte einem Pfedelbacher.



Gülten, die die Träger des "Heßen Lehen" um 1740 zahlen mussten

     3 Kreutzer 3 Pfennig Geldt
 12 Kreutzer vor Ein Faßnachthun
 24 Kreutzer vor 4. Sommer Hüner
 40 Kreutzer vor Zwey Gännß

  Diese Gült scheint bezogen auf die Fläche recht hoch zu sein.
  Warum?

 

"Balthaß Rappen" Hofstatt    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.240)

Das "Balthaß Rappen" Hofstatt wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.



Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
 "Balthaß Rappen" Hofstatt 1628: Albrecht Weibler
1684: Georg Hettenbach
1740: Hannß Georg Weber



Flächen der "Balthaß Rappen" Hofstatt um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Wiesen 0,75 2 2  
Baum- u Graßgarten 2,5 Ruthen 1 1  
Gebäude   1 2 Scheune 47a / 48a



Gülten, die der Träger der "Balthaß Rappen" Hofstatt um 1740 zahlen musste

     1 Kreutzer 3 1/2 Pfennig Geldt
 12 Kreutzer vor Ein Faßnachthun
 6 Kreutzer vor Ein Herbsthun

 

"Boden Guth"    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.222)

Das "Boden Guth" Hofstatt wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.



Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
 "Boden Guth" 1628:
1684:
1740: Hannß Georg Schumacher



Flächen der "Boden Guth" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Wiesen 0,75 3 3  
Krautgarten 22 Ruthen 5 5  



Gülten, die der Träger des "Boden Guth" um 1740 zahlen musste

     3 Kreutzer 3 Pfennig Geldt
 12 Kreutzer vor Ein Faßnachthun

 

Das "Jacob Dösler Güthlein"    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.242)

Das "Jacob Dösler Güthlein" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.



Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
 "Jacob Dösler Güthlein" 1628: Jacob Dössler
1684: Hannß Weidmann
1740: Jung Hannß Leonhard Hettenbach



Flächen der "Jacob Dösler Güthlein" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Äcker 2 5 5  
öder Hausplatz   1 1  



Gülten, die der Träger des "Jacob Dösler Güthlein" um 1740 zahlen musste

     3 Kreutzer 3 Pfennig Geldt
 12 Kreutzer vor Ein Faßnachthun

 

Das "Körners Güthlein"    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.253)

Das "Körners Güthlein" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.



Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
 "Körners Güthlein" 1628: Melchior Kopp, danach Hans Uhlin
1684: Eberhard Lutz und Hannß Peter Hettenbach
1740: Hannß Michael Starck



Flächen der "Körners Güthlein" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Haus   1 2 Haus Nr.6 (beide Haushälften)
Garten   1 1 Hier wurde 1742 das Haus Nr.6x erbaut



Gülten, die der Träger des "Körners Güthlein" um 1740 zahlen musste

     1 Kreutzer 2 Pfennig Geldt
 12 Kreutzer vor Ein Faßnachthun

 

Das "Linden Hölzlein"    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.283)

Das "Linden Hölzlein" wird in den Gült- und Lagerbüchern der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach beschrieben.



Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
 "Linden Hölzlein" 1628:
1684:
1740: Hannß Jacob Wecker



Flächen des "Linden Hölzlein" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Wald 5,5 10 10  



Gülten, die der Träger des "Linden Hölzlein" um 1740 zahlen musste

 12 Kreutzer vor Zwey Sommer Hüner
  6 Kreutzer vor Ein Sommer Hüner

 

Ein Lehen, das 1740 ohne eigenen Namen aufgeführt wird    (Ba 55 Bd 89 - 1740 Fol.280)

Im Gült- und Lagerbuch der Herrschaft bzw. dem Oberamt Pfedelbach von 1740 wird das folgende Lehen beschrieben, ohne dass es eine Bezeichnung erhält.

Dieses Lehen bestand rein aus Ackerflächen


Übersicht über das Lehen

Name des Lehen Träger des Lehen
 Ohne Namen 1628:
1684:
1740: Hannß Heinrich Schoch



Flächen des Lehen "Ohne Namen" um 1740

Flurart Fläche in Morgen Anzahl Flurstücke Anzahl Besitzer Bemerkung
Acker 5,5 8 7  



Gülten, die der Träger des Lehen "Ohne Namen" um 1740 zahlen musste

 6 Kreutzer vor Ein Sommer Hüner
0 Malter; 4 Simri Lauter Korn


 

Quellennachweis.

Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Befehlbuch Schultheißenamt
Ortsarchiv Verrenberg: B 69 Kaufkontraktbuch Band V 1849-1849, Ablöseurkunde 1849
Buch: Der Landkreis öhringen, Amtliche Kreisbeschreibung Band II, 1968
Buch: Öhringen Stadt und Stift, 1988
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Ba 55 / Bd 79
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Ba 15 / Bü 11
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Ba 55 / Bd 89
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Ba 55 / Bd 68
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Ba 55 / Bd 75
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Wa 260 / Bd 16
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Ba 35 Bü 687
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Ba 35 Bü 784
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Ba 35 Bü 791
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Wa 130 Bü 65
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: Wa 260 Bd 16
Hohenloher Zentralarchiv Neuenstein: GA 10 Schubl. 5 Nr.86 - 1398 Balmershof
HStA Stuttgart A 158 3314
Lehenbuch Hochstift Würzburg 1303-1313, S.90
Hauptstaatsarchiv Stuttgart A17a Bü 297 (1670, 1738-41)
Hauptstaatsarchiv Stuttgart A281 Bü 414 (1742)
StAL D 37 I Bue 4540 Untersuchung über die Gült- und Sterbfallsrückstände aus dem Pregellehen zu Verrenberg
https://www.wikiwand.com/de/Burg_Maienfels